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Abiturientin 2014

Ich erinnere mich noch genau daran, wie mein guter Freund Matthias Lauer bei unserer Abiturrede das Zitat von unserem Schulnamensgeber Schiller einbrachte: “Der kluge Mann baut vor”. Wilhelm Tell hatte ich nie gelesen, aber auch ohne Kontext passt dieses Zitat wie die Faust auf’s Auge, denn in und auch außerhalb der Schule habe ich mich ausprobiert und die Chance gesehen, eine solide Ebene für den weiteren Lebensweg zu schaffen.

In der Schule haben wir viel gelernt und, auch wenn man einiges im späteren Leben nicht weiter verwenden wird, eine gute Allgemeinbildung erlangt. Ich persönlich hatte viel Spaß im Chor, orientierte mich allerdings auch viel ausserschulisch. Ich hatte lange Zeit Geigen- und Gitarrenunterricht und konnte so meine musikalischen Interessen, auch außerhalb des Chores, vertiefen. Ich spielte erst Fußball und dann Volleyball, jedoch entdeckte ich meine wirkliche Leidenschaft im Jugendtheater Stellwerk, und bekam sogar die Chance, im DNT zu spielen. Hier konnte ich sehen, dass Literatur nicht nur einen Platz im Klassenraum hat, sondern immer noch zum Leben erweckt wird; ein Gedanke, der mich bis zu meinem Studium nicht wieder losgelassen hat.

Das Verlangen nach der Schule die Stadt und das Land zu verlassen, packte mich, auch wenn ich letztendlich im nicht weit entfernten Belgien lebte, um richtig Französisch zu lernen. Für mein Studium hat es mich nun noch ein bisschen weiter in die Welt gezogen und ich werde ein 4-

jähriges MA (Hons) Studium in Englischer Sprache und Literatur in Edinburgh in Schottland verbringen. Als Nebenfach konnte ich sogar Französisch mit Französischer Literatur wählen - so hat sich mein Jahr in Belgien auch noch auf sprachlicher Ebene ausgezahlt. In Edinburgh habe ich

auch eine Theatergruppe gefunden, die Stücke auf französisch probt, was viele meiner vorherigen Hobbies vereint.

Mit diesem Engagement konnte ich ein Stipendium der Studienstiftung des Deutschen Volkes erhalten, das mich ideell und finanziell fördert. Es lohnt sich also, wenn man seinen Interessen nachgeht und seinen Horizont auf vielfältige Art erweitert. Der kluge Mann [und die kluge Frau] baut also vor.

Helena Hanneder im Mai 2016

       

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