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01.01.1970

Venustransit am 6.6.2012

Lichtsäule vor Sonnenaufgang

Mittwoch, 3 Uhr morgens; die beste Zeit um voller Motivation aufzustehen...

Naja, zumindest an diesem Mittwoch, steht doch eines der seltensten astronomischen Ereignisse vor der Tür (oder wohl eher noch unter dem Horizont); der extrem seltene Venustransit. Nur zweimal in einem Jahrhundert in Pärchen tritt er auf, nächstes mal erst am 11. Dezember 2117. Denn nur in eben diesen Abständen steht die Venus genau auf der Sichtlinie zwischen Erde und Sonne und scheint sich somit vor die Sonne zu schieben. Im Prinzip also eine Sonnenfinsternis im Miniaturformat.

Die Bedeutung dieser Transits wurde bereits im 18. Jahrhundert vom berühmten Astronomen Edmond Halley erkannt, da man mit ihrer Hilfe die Distanz der Erde zur Sonne bestimmen kann. So unternahmen Heerscharen von Forschern Expeditionen zu guten Beobachtungsplätzen auf der ganzen Welt.

Und auch die Mitglieder der AG Astronomie wollte sich die Möglichkeit den Transit das letzte mal in diesem Jahrhundert zu beobachten nicht entgehen lassen. Und so traf man sich bereits um 4 Uhr in der Schule um für den Sonnenaufgang kurz nach 5 Uhr, bei dem der Transit schon in vollem Gange wäre, gewappnet zu sein und die nötigen Vorbereitungen zu treffen. Als gegen 4.45Uhr dann auch die ersten Gäste ankamen und die Teleskope, Kameras und Sonnenfilter bereit waren stieg die Spannung. Der sich langsam aufhellende Horizont spendierte den Beobachtern bereits jetzt den Anblick einer eindrucksvollen Lichtsäule, die durch die dünne Schleierbewölkung noch verstärkt wurde.

5.10Uhr war die Sonne dann das erste mal im Teleskop zu sehen und belohnte die Frühaufsteher mit dem Anblick der kleinen schwarzen Venus vor der Sonne. Die zahlreich erschienen Besucher hatten jetzt die Möglichkeit am Sonnenteleskop die Passage der Venus im roten Licht der Wasserstoffs zu beobachten, welches die Sonnenprotuberanzen sichtbar macht oder hielten mit Sonnenfinsternisbrillen Ausschau nach dem kleinen schwarzen Fleck auf der Sonne. Außerdem gab es noch ein weiteres Teleskop mit Sonnenfilter und auch am Kamera- bzw. Laptopbildschirm ließ sich das Ereignis zeitweise verfolgen. In den klaren Momenten diese Morgens waren außer der Venus auf der Sonne auch noch einige Sonnenflecken zu erspähen, die mit den Wolken zusammen ein sehr interessantes Bild abgaben.

Leider waren bereits etwa 20min später die von Westen anrückenden Wolken so dicht, dass eine weitere Beobachtung nahezu unmöglich wurde.

Trotz der nicht ganz optimalen Wetterbedingungen haben wir einige Minuten erfolgreich dieses, für uns wahrscheinlich einmalige, Ereignis beobachten und einige Bilder gewinnen können und sind sehr froh, dass uns Wecker und Motivation zu dieser Uhrzeit nicht im Stich gelassen haben.

Phillip Seeber

Sonnen- und Venusaufgang
Sonnenflecken und Venus
Venus und Sonnenfleck (unten links)
Letzte Sichtbarkeit vor zu starker Bewölkung

       

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