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Mechthild Herzog über die Studienstiftung des deutschen Volkes

Als unser Schulleiter, Herr Etzhold, vor dem versammelten Jahrgang, allen Lehrern und sämtlichen Angehörigen verkündete, ich sei mit einem 1,0-Abiturschnitt Jahrgangsbeste und aufgrund dessen und wegen meines Einsatzes für die Schule (bei der Website, bei der Schülerzeitung, kurzzeitig bei der Leitung des kleinen Chores usw.) für die Studienstiftung vorgeschlagen, dachte ich: Wow. Geschafft. Und noch ein bisschen mehr als das.

Als ich dann ein gutes halbes Jahr später beim Auswahl-Wochenende der Studienstiftung war, dachte ich: Oje. Was für eine Ansammlung kluger, sozialer, engagierter Menschen. Zu diesem Zeitpunkt hatte ich bereits ein Semester studiert (Sprach- und Kulturwissenschaften der Germanistik im ersten und Geschichte im zweiten Hauptfach an der TU Dresden). Beide Hauptfächer waren (und sind und werden es immer mehr!) interessant, nichtsdestotrotz wusste ich, dass ich hier nicht länger so etwas wie „Jahrgangsbeste“ war, sondern nur irgendeine Studentin unter hunderten anderen. Ein ähnliches Gefühl hatte ich auch zu Beginn beim Auswahlwochenende – wie sich aber letztendlich herausstellte: zu unrecht. Wenige Tage nach dem Seminar flatterte ein Brief in den Postkasten, der mir bestätigte, dass ich nun Studienstiftler auf Probezeit sei (so ist das grundsätzlich – erst ab dem vierten Semester kann man komplett in die Förderung aufgenommen werden). Schon bei diesem Auswahlseminar gab es wunderbare, höchst niveauvolle Gespräche und viele Menschen, mit denen ich mich „auf einer Wellenlänge“ fühlte. Das bestätigte sich beim ersten Dresdner Studienstiftungsstammtisch (ich liebe dieses Wort).

Was mir in Zukunft durch die Studienstiftung für Möglichkeiten offen stehen, haben meine Vorgänger ja bereits ausführlich erzählt – da ich erst wenige Monate Mitglied bin, konnte ich noch keines davon am eigenen Leib erfahren. Aber ich freue mich auf jedes. Und hoffe vor allem, etwas Zeit dafür übrig zu haben – neben Studium, studienbegleitender Ausbildung zur Journalistin (beim Institut zur Förderung publizistischen Nachwuchses – auch ein Stipendium) und all dem, was ich von meinem Vorstudentenleben ins Studentenleben an sozialem Engagement übertragen und seitdem neu aufgenommen habe. Auch das ist der Studienstiftung nämlich sehr wichtig: keine reinen „Fachidioten“ heran zu ziehen, sondern menschlich kompetente, rundum gebildete und vielseitig interessierte und engagierte Menschen. Ich gebe mir alle Mühe, ein solcher zu werden. Schon allein, um weiterhin in der Studienstiftung zu bleiben. Das lohnt sich – finanziell wie ideell.

Mechthild Herzog

27.05.2010

       

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