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Elisabeth Tobisch über die Studienstiftung des deutschen Volkes

Liebe Schülerinnen und Schüler,

ich erinnere mich sehr genau an den Moment, als ich in der Aula unserer Schule mein Abiturzeugnis überreicht bekam - was für ein tolles Gefühl !
Ich freute mich nicht nur darüber, dass die anstrengende Zeit der Prüfungsvorbereitung vorbei war, sondern war auch sehr stolz auf mich. Zwölf Jahre lang hatte ich viel Zeit und Kraft für all die Aufgaben aufgebracht, die jede Woche neu anstanden.
Das ist nun schon wieder 3 Jahre her - unglaublich, wie schnell die Zeit vergeht !
Im Mai 2007 hatte ich einen klaren Plan, wo und was ich in den nächsten Jahren studieren werde.
Mittlerweile habe ich festgestellt, dass oftmals eh alles anders kommt, als man denkt.
Zunächst bin ich nach Leipzig gezogen, um dort für zwei Semester „Kommunikations- und Medienwissenschaft“ im Kernfach und „Theaterwissenschaft“ im Nebenfach zu studieren.
Nach einiger Zeit stellte ich fest, dass mein Hauptfach nicht das gewünschte Interesse in mir weckte. Die Erkenntnis, eventuell eine „falsche“ Studienkombination gewählt zu haben und aufgrund eines Fachwechsels Zeit zu verlieren, stimmte mich erst negativ.
Doch ich stand hinter dieser Entscheidung und erkannte, dass es keinen Sinn macht, nur mit halber Motivation und Lust ein Fach zu studieren. Ich bin fest davon überzeugt, dass man sein Studium nur wirklich befriedigend und erfolgreich absolvieren wird, wenn man (fast) jeden Tag mit Freude und Leidenschaft an seine Arbeit herangeht.
Neben diesem unvorhergesehenen Wechsel passierte im selben Jahr noch etwas, mit dem ich nicht gerechnet hatte.
Kurz vor dem Abitur berichtete meine Kursleiterin mir, dass sie mich aufgrund meines Durchschnitts (1,1) bei der Studienstiftung des deutschen Volkes vorgeschlagen hat. Nachdem ich ein halbes Jahr später ein mehrtägiges Auswahlseminar absolvierte, erhielt ich zu meiner großen Freude die Nachricht, dass ich Mitglied der Studienstiftung sei.
Bereits auf dem Auswahlseminar teilte man den Bewerbern viele Informationen über die zukünftigen Fördermöglichkeiten mit. Dazu gehört nicht nur das Stipendium, das heißt der finanzielle Zuschuss, sondern insbesondere auch eine Bandbreite an Veranstaltungen, an denen man als Stipendiat teilnehmen kann. Darunter fallen unter anderem Sprachkurse, Wissenschaftliche Kollegs und eine Sommerakademie. Diese findet jährlich an unterschiedlichen internationalen Orten statt und gibt den Studenten die Möglichkeit, in einer tollen Umgebung (zum Beispiel Südtirol oder Nizza) mit renommierten Dozenten an einem Thema zu arbeiten.
Außerdem hat jeder Stipendiat sowohl einen Vertrauensdozenten am Hochschulort sowie einen Referenten der Studienstiftung als direkten Ansprechpartner, den man jederzeit kontaktieren kann, falls man Fragen oder Probleme hat.
Das sogenannte „Intranet“ ist eine digitale Plattform, über die sich alle Mitglieder und Dozenten austauschen können. Dort erhält man Informationen über aktuelle Praktikumsplätze oder Kontaktdaten zu anderen Stipendiaten.
Der Höhepunkt meiner bisherigen Zeit in der Stiftung war eine mehrtägige Studienreise nach Venedig zur „Biennale di Venezia“. Das Programm bildete eine gelungene Mischung aus selbstständigem Erkunden der Stadt und einigen sehr interessanten und keineswegs langweiligen Besuchen von Museen, Palästen und Ausstellungen.
Insgesamt stellt die Aufnahme in die Studienstiftung des deutschen Volkes wirklich eine große Chance dar, da man Zugang zu spannenden Bildungsangeboten auf einem hohen Niveau erhält, die einem sonst verwehrt bleiben. Zudem lernt man interessante Menschen aus unterschiedlichsten Fachbereichen und Regionen kennen.
Als ich der Studienstiftung vor einem Jahr mitteilte, dass ich nicht nur die Stadt, sondern auch das Fach wechseln werde, waren sich meine zwei Ansprechpartner einig, dass dies eine vollkommen legitime und richtige Entscheidung sei.
Es ist nicht falsch, sich selbst noch einmal zu befragen, ob der eingeschlagene Weg zufriedenstellend ist oder ob ein Richtungswechsel besser wäre.
Wer Mitglied in der Studienstiftung sein möchte, muss sicherlich nicht zwingend den geradlinigen Weg gehen oder einer bestimmten Norm entsprechen. Man sollte jedoch den Willen besitzen, sich seinen Aufgaben im Studium mit voller Energie und sicherlich auch dem Fleiß zu widmen.
Ich weiß sehr gut, dass man als Schüler in einigen Fächern diese von mir postulierte Leidenschaft oftmals nicht hat. Am Ende entscheidet natürlich auch vor allem die Abiturnote darüber, ob man Euch für eine Aufnahme vorschlägt.
Mit Sicherheit ist es schon ein kleiner „Kampf“, die Schule mit einem sehr guten Abitur zu beenden. Ich würde ihn aber immer wieder antreten, um einen Rahmen zu schaffen, in dem ich mein Potential gut ausbauen kann.
Mittlerweile studiere ich „Theaterwissenschaft“ im Kernfach und „Pädagogik“ als Nebenfach in Mainz und bin sehr glücklich damit. Eventuell werde ich ab Herbst mein Studium in Bern fortsetzen.

Elisabeth Tobisch

       

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