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Filmaufnahmen zu "Wilhelm Tell"

Es ist ja nun schon lange kein Geheimnis mehr, dass in unserem Theaterstück auch Filmaufnahmen eine große Rolle spielen.
Dass diese Aufnahmen aber wirklich sehr hart erarbeitet werden müssen, war uns allen im Vorfeld nicht klar, wurde uns aber im Laufe der Zeit immer mehr bewusst.
Doch der Reihe nach!
Ursprünglich sollte die berühmte Szene mit dem Apfelschuss aus Schillers „Wilhelm Tell“ auf der Bühne gespielt werden, ganz nach dem Motto: Wir sprechen und spielen einen originalen Schiller-Text. Doch die Proben zeigten ziemlich schnell, dass die gesamte Szene recht statisch wirkte. Immerhin ist es eine Massenszene und selbst nachdem wir einige Rollen gestrichen hatten, waren die meiste Zeit 12 Personen auf der Bühne. Dafür ist unsere Aulabühne zu klein, der Platz für die Umsetzung spielerischer Ideen fehlt einfach. Die meisten hätten einen Großteil der Zeit einfach nur „rumstehen“ müssen.
Daher schien die Idee, diese Szene "einfach" zu filmen und dann als Film einzuspielen, genial: so hätten wir das Problem mit der überfüllten Bühne nicht und auch eine misslungene Szene schien nicht so schlimm zu sein - da würde eben einfach nochmal gedreht!
Mit diesen Gedanken bereiteten wir die Dreharbeiten vor. Wir studierten die Szene ein und alle erlangten große Sicherheit im Spielen. Nun musste also nur noch gefilmt werden - ein Klacks, wie wir zunächst annahmen, denn wir waren ja gut vorbereitet! So dachten wir – bis in der Projektwoche tatsächlich die ersten Filmaufnahmen gemacht wurden.
Die Realität sah dann doch ganz anders aus: Wir mussten erkennen, dass man eine einzige Szene x- Mal aus verschiedenen Perspektiven drehen kann oder drehen muss, dass es Nahaufnahmen und Totale gibt, dass es Schuss und  Gegenschuss gibt, ja und nicht zuletzt, dass Flugzeuge, Mähdrescher und Kreissägen aus den angrenzenden Gärten eine historisch angelegte Szene völlig verderben können.
Da waren dann Versprecher und Stürze auf dem unebenem Untergrund noch das kleinere Übel!
Am Ende des Drehtages dämmerte in uns langsam die Erkenntnis: die Szene, die auf der Bühne gespielt ca. 10 Minuten dauert, muss stundenlang gefilmt werden!
Am Donnerstag, dem 10. September, genau 2 Monate vor der Premiere, war es dann soweit! An diesem Tag sollte und musste die Szene gefilmt werden!
Unter fachmännischer Anleitung von Frau Dr. Schorcht und ihrem Mann und mit tatkräftiger Unterstützung durch Axel wurden die Filmaufnahmen erstellt: Totale, Schuss, Gegenschuss, Nahaufnahmen – dies waren nunmehr vertraute Vokabeln. 
Aber auch Hubschrauber, Flugzeuge und die Geräuschkulisse von der Autobahn waren wieder gut zu hören und sorgten für unfreiwillige Pausen! Doch dies nahmen die Halb-Profis der Theatergruppe mit stoischer Gelassenheit, da wurde eben nochmal und nochmal und nochmal eine kleine Szene gedreht!
Nach 5 Stunden anstrengender und vor allem sehr disziplinierter Arbeit waren dann tatsächlich alle Szenen im Kasten und alle Beteiligten erschöpft. Aber auch glücklich darüber, etwas geschafft zu haben und den guten alten Schiller wieder etwas zum Leben erweckt zu haben!

Darauf, wie der fertig geschnittene Film aussieht, sind wir alle sehr gespannt!

Andrea Holz

Unser "Lager" im Kirschbachtal

Warten auf die nächste Aufnahme

Anton - ein völlig geschaffter Tell

Professionelle Aufnahmen

Axel hilft

Unser "Schiller" als textkundiger Souffleur

Schuss und Gegenschuss

Armbrustschuss

Durchschuss (linker Apfel)

       

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