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Sonntag, 07. Juli 2019, 14:31 Uhr

Von: Projektgruppe Bauhaus



Die Projektwoche liegt nun hinter uns – Zeit, einige Erkenntnisse für die Zukunft zu sichern.
An fünf Tagen stellten wir, 20 Schüler*innen aus den 5. bis 10. Klassen, uns die Frage, ob Paul Birr (1887 – 1945) nun ein „Staatskünstler“ war oder nicht. Wir erfuhren zunächst einige Details der Arbeit einer Arbeitsgemeinschaft, die sich bereits intensiv mit den Fensterbildern beschäftigt hatte. Auf den ersten Blick erinnert die Aula übrigens ein wenig an das Gemälde von Raffael „Die Schule von Athen“, da viele Personen antike Gewänder tragen. Eigentlich auch passend für eine Schule in Weimar, da unsere Heimatstadt ja auch als Ilm-Athen bezeichnet wird.
Das Fenster „Wilhelm des Tapferen“ auf der Ostseite der Aula erregte unser besonderes Interesse. Es zeigt den „Ritter des Heiligen Grabes“, Wilhelm III., in Rüstung – ähnlich wie auf seiner Grabplatte, welche sich in der Herderkirche unserer Heimatstadt direkt hinter dem Cranach-Altar befindet. Wir besuchten daher u.a. auch diese Kirche während der Projektwoche.
Zurück aber zum Fenster Wilhelm des Tapferen in der Aula: Einem Schüler fiel etwas Besonderes auf – die Darstellung Wilhelm III. erinnerte ihn an die Studie Leonardo da Vincis zum Menschen, besonders das Gesicht machte auch uns stutzig. Schnell entstand die These, dass der Künstler auch in diesem Fenster die Symbole des Bauhauses versteckt haben könnte: Viereck, Kreis und Dreieck. Ähnliches war früher den Schülern der Bauhaus AG 2019 u.a. am Fenster mit J.S.Bach aufgefallen, welcher in die Bauhausfarben gekleidet ist. Aufregend wurde es, als unsere Gruppe herausfand, dass sich in gerader Linie vom FSG ausgehend im Osten eine verkleinerte Kopie des Heiligen Grabes aus Jerusalem befindet – in Görlitz. Einige Schüler untersuchten daraufhin diese Entdeckung näher und erkannten, dass sich Weimar und damit unsere Schule auf einer alten Pilgerroute, der Via Regia, befindet. Diese wurde erstmals durch den Minnesänger Heinrich III. von Meißen urkundlich erwähnt. Dieser Minnesänger wird oft mit Heinrich Frauenlob verwechselt, welcher in einem Fenster im Musikraum unserer Schule dargestellt ist.
Auch untersuchten wir die Holztäfelungen in der Aula: verschiedene geometrische Figuren sind in das Holz eingelassen und weckten unser Interesse. Neben diesen Figuren erkannten einige nun auch Darstellungen in den Wänden – Kerzen und mehrere riesigen Achten. Neben diesen Achten entdeckten wir an den Säulen zehn Zeichen, darunter auch acht Rauten. Vier Eulen (?) schauen vom Balkon auf der Nordseite der Aula in den Raum Richtung Süden - zumindest sehen wir das so.
Am Ende standen mehr Fragen als Antworten, was uns aber nicht störte – im Gegenteil. Eine Bleiglasmeisterin, Frau Lopp, und der Leiter der Bauhaus AG, Antonio Delle, besuchten uns und staunten über unsere Erkenntnisse. Frau Lopp fand unsere Darstellungen so interessant, dass sie meinte, wir könnten daraus fast ein Buch machen. Mal schauen.
Am Ende war sich die Gruppe zumindest in einem Punkt einig: Paul Birr war eher kein Staatskünstler des „Dritten Reiches“, sondern ein Mann, der uns ein Rätsel, vielleicht einen „Da Vinci Code“, hinterlassen hat, den wir Kinder knacken können. Vielleicht schon bald!?

Danke an alle die sich an diesem Projekt beteiligt haben!
Wir wünschen allen nun aber fürs erste tolle Sommerferien 2019!









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