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Dienstag, 24. Oktober 2017, 19:59 Uhr

Von: Justus Moerstedt



Das Band ist auf Spannung, die Hand zittert-  jetzt fokussieren, halten, loslassen. Jeder hat schonmal mit einer Zwille geschossen. Genau so fühlte es sich an, als ich bei den Jugend- Weltmeisterschaften starten durfte. Diese fanden im August 2017 im Finswimming in Tomsk/Russland statt.

Das Ganze ist mit der Zwille recht gut vergleichbar. Ohne Papierkugel o.ä. ist es unmöglich abzuschießen. Ohne Spannung würde diese nicht weit fliegen. Ohne Gummi ebenfalls nicht. Ohne Fokus würde sie nicht am gewünschten Ziel ankommen. Leistungssport ist genauso gestrickt.

Es fängt mit einem Traum an, hier die Zwille. Gefolgt vom Anfang, vom systematischen Aufbauen eines Trainingsumfeldes, Trainingsplan, Ernährungsplan. Das ist die Papierkugel. Kampfgeist, Willensstärke, Tritte in den Hintern durch den Trainer stehen für die Spannung. Training repräsentiert das Gummi. Fokus. Das Bewusstsein über das Ziel, den Traum, den Wunsch, den es umzusetzen gilt. Der weite Schuss und gezielte Treffer sind die Erfolgserlebnisse, die Siege, aber auch die Niederlagen. Es ist nicht schaffbar immer zu treffen. 

Ich habe dieses Jahr jedoch ins Rote getroffen und wurde mit der Einzelplatzierung auf Platz 9 und mit der Staffel 2 x auf Platz 5 belohnt. Leistungsdruck, Angst zu versagen, Angst die Leistungen nicht zu bestätigen waren stetige Wegbegleiter. Ich glaube aber, dass es das ist, was jeden Sportler nach vorne schleudert. Ohne Aufregung ist es nicht möglich. Außerdem verliert sich plötzlich das Vertrauen in jegliche Vorbereitung. Sicherlich macht es nicht immer Spaß, nach hartem Trainingsplan zu leben und dazu noch durchgehend die Schule nicht zu vergessen. Aber irgendwie fühlt es sich dann gut an, wenn dir selbst klar wird, dass du es doch gepackt hast.

Am Wichtigsten empfinde ich Selbstdisziplin, die jeder ehrgeizige Sportler aufbringen muss. Genauso der oder die Trainer, die unterstützen, helfen und dich auch quälen. An dieser Stelle möchte ich Dank an meinen Trainer Thomas Guth aussprechen, der mir alles erst ermöglicht hat. Ebenfalls an den Landes- Tauchsportverband Thüringen, dem ich eine gesponserte Wettkampfmonoflosse verdanke. Professionelle Wettkampfausstattung fängt bei 500 Euro für eine Flosse an, von Mittelschnorchel  über Druckluftgerät bis zu dem endlos teuren Wettkampfanzug. Nächstes Jahr steht dann die Jugend-Europameisterschaft in Istanbul auf dem Plan. Nichtsdestotrotz fängt es dann wieder mit der Qualifizierung für die Jugend- Nationalmannschaft und der finalen Nominierung an. Eben wie alles ein ewiger Kreislauf. Was nach der Schule mit dem Sport wird? Steht noch offen.  









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