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Montag, 24. Januar 2011, 17:56 Uhr

Von: Joseph Kauer (Kursstufe 12)



Es war gegen 8.00 Uhr am 19. Januar 2011, als die ersten Schüler in das Bürger-Zentrum von Weimar-West eintrudelten. Wir können dabei drei Arten von Intentionen unterscheiden: Die einen wollten sich in den anstehenden Debattierrunden gegen ihre Mitdebattanten behaupten, die anderen bildeten die Jury, eine dritte Gruppe belegte die Zuschauerränge. Die organisatorische Arbeit, Schreib- und Management-Aufgaben, übernahmen die „Jugend-debattiert“-Lehrer der Weimarer Gymnasien und des Marie-Curie-Gymnasiums. Für uns waren Frau Schläger, Landestrainerin bei "Jugend debattiert", und Herr Henze, der Organisator, mit an Bord.

Gegen 9.00 Uhr wurde der Wettbewerb dann eröffnet, Teilnehmer und Juroren strömten in ihre Räume. Ehe es losging, wurden noch ein letztes Mal die recherchierten Argumente überdacht. Dann musste sich jeder Debattant in zwei Vorrunden beweisen. Dabei wurde, wie im ganzen Wettbewerb üblich, zwischen Sekundarstufe I und II unterschieden. So waren auch die gestellten Debattenfragen für die Altersstufen unterschiedlich. Während die "Nachwuchshoffnungen" über die Frage "Soll die private Haltung gefährlicher Wildtiere verboten werden?" debattierten, legten die "Alten Hasen" ihre Argumente zum Thema "Sollen Schutzimpfungen für Kinder gesetzlich vorgeschrieben werden?" dar.

Zufrieden, enttäuscht, aufgeregt oder gelassen nahmen die Schüler in der zwanzigminütigen Pause die exzellenten belegten Brote bei Mineralwasser und Kaffee zu sich. Die Spannung wollte noch nicht abfallen, denn noch war die Vorrunde nicht geschafft. Während sich der Stundenzeiger der Zehn näherte, wurden Argumente zu den Themen "Sollen regelmäßige 1.Hilfe-Kurse für Schüler ab Klasse 8 verpflichtend sein?" in der Sekundarstufe 1 und "Sollen Schusswaffen in Privathaushalten verboten werden?" in der Sekundarstufe 2 ausgetauscht, gewichtet, hinterfragt und widerlegt. Der erste Eindruck des Autors darüber, wie sich unsere Schiller-Schüler schlugen, war positiv, doch noch mussten die Schüler auf die Auswertung der Debatten warten. Zu den Brötchen hatte sich ein überzeugender Blechkuchen gesellt.

Für unser Gymnasium nahmen Elaine Braunholz (9B), Carola Gensler (8A), Denise Haberland (9A) und Leon Richter (8C) in der Sekundarstufe 1 und Anna Katharina Banike, Konrad Olbrich, Alexander Ritz (alle in der Kursstufe 11) und Simon Zeidler (Klasse 10) in der Sekundarstufe 2 teil. Dabei waren auch Joseph Kauer, Dagmar Schubert, Carolin Matthie, Antonia Warnstedt, Moritz Kettnaker und Armin Reckert als Juroren und Zeitnehmer. Man sieht: Erst letztes Jahr bekam der Debattierclub Verstärkung aus den jüngeren Klassen.

Gegen 12 Uhr stapelten sich die Schüler dann im Aufenthaltsraum des Bürger-Zentrums. Gespannt wurde verfolgt, wer die Finaldebatte bestreiten durfte. Während sich im Bereich der Finalteilnehmer im Schulverbund Weimar-Mittelthüringen das Goethe-Gymnasium und das Marie-Curie-Gymnasium die Waage hielten, so überzeugte das Schiller-Gymnasium im Schulverbund Weimar-Nordthüringen. Ganze sieben von acht möglichen Teilnehmern an den Schlussdebatten stellte unsere Schule!


In der Altersklasse I überzeugten die Schillerschüler Elaine Braunholz, Denise Haberland, Carola Gensler und Leon Richter. Alle vier durften sich jetzt auf die Finaldebatte in der Stadtverwaltung vorbereiten. Sie sollte die Frage "Sollen Schüler in der Schule Kochen lernen" zum Thema haben. Die besten Vier der Oberstufe waren Konrad Olbrich, Alexander Ritz, Anna Banike (alle FSG) und Martin Leonhard vom Humboldt-Gymnasium. Sie stellten sich dem brisanten Thema "Soll die Reduzierung der ICE-Stopps in Weimar zurückgenommen werden?".

Ortswechsel. Der Große Saal der Stadtverwaltung füllt sich, Prominenz wird gesichtet: Herr Oberbürgermeister Stefan Wolf wird einen Teil der Debatten verfolgen, ebenso die Direktoren der Weimarer Gymnasien. Es ist zwei Uhr. Die Zuschauer hören nun je zwei Debatten pro Schulverbund, insgesamt also vier. Die Altersklasse II beginnt. Nach einem verhaltenen Beginn der Goethe- und Curie-Schüler in der ersten ICE-Debatte geht es nun leidenschaftlicher zu unter Schiller- und Humboldt-Schülern. Das Thema ist brisant. Erst kürzlich wurde die Anzahl der ICE-Stopps in Weimar reduziert. Die Pro-Seite hebt die gesamtdeutsche Bedeutung der Kulturstadt Weimar hervor und befürchtet einen Einbruch in den Besucherzahlen. Die Contra-Seite jedoch relativiert das. Man könne auch mit dem Nahverkehr nach Weimar reisen. Nach 24 Minuten ist das Thema ausführlich besprochen. Die Wangen der Schüler sind gerötet: Sie wollen gerne weiterreden.

Die Jury bekundet mehrfach, dass sie es sich nicht leicht gemacht habe. Eine Entscheidung sei dennoch gefallen, sagt die Landestrainerin Frau Zimmermann. Anna Banike als Vierte und Alexander Ritz als Dritter kommen leider nicht in die nächste Runde. Nur der Zweitplatzierte Martin Leonhard und der Sieger Konrad Olbrich werden den Wettbewerb fortsetzen. Auf sie wartet ein Sieger-Seminar mit professionellen Rhetorik-Trainern auf Schloss Oppurg im Zeitraum vom 22. bis 24. Februar 2011 und die Landesqualifikation am 17. März. Herzlichen Glückwunsch!

In der folgenden Debatte darüber, ob Kochen als Schulfach eingeführt werden soll, setzten sich unter den vier Teilnehmern vom Schiller-Gymnasium Elaine Braunholz als Erstplatzierte und Denise Haberland als Zweitplatzierte durch. Auch hier gab es viele Argumente zum Thema. Dafür spricht die umfassende Ausbildung der Schüler im Bereich "Essen", dagegen die schwierige Umsetzung. Für die Nachwuchsdebattanten, für die es die erste Wettbewerbsteilnahme war, geht es nun genauso weiter wie für ihre Oberstufenkollegen: Seminar und Landesqualifikation.

Nach diesem guten Debattier-Tag für unser Gymnasium haben sicher viele Lust auf mehr. Keine Sorge: Sowohl die Landesqualifikation am 17. März als auch das große Landesfinale am 06. April 2011 im Thüringer Landtag laden zum Zuschauen ein.









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