DeutschEnglish

Donnerstag, 20. September 2007, 19:55 Uhr

Von: Walter Eichhorn



Hurra!!! Wir waren in Berlin - Gedanken zum Bundesfinale Tennis 2007

Auch das Bundesfinale Tennis 2007 ist nun schon wieder Geschichte; ebenso anstrengende wie erlebnisreiche Tage in der Hauptstadt und auf der größten und zugleich einer der schönsten Tennisanlage Deutschlands.
Gegenüber dem Vorjahr hat sich unser nur in zwei Positionen verändertes Team um zwei Rangplätze verbessern können. Das ist erfreulich, Platz 14 kann natürlich aber auch keine Jubelstürme hervorrufen. Dank der sehr guten Trainingsarbeit von Vereinstrainer Jörg Nedorost, den ich an diese Stelle noch einmal ausdrücklich nennen möchte, zeigten sich die Jungen in den Grundschlägen gegenüber dem Vorjahr verbessert, mit Ausnahme vom überragenden Turnierspieler Marc-Philip Staniszewski aber nicht stabil.

Insgesamt muss eingeschätzt werden, dass der Abstand unserer Mannschaft wie der aller Jungen- und Mädchen-Teams aus den neuen Bundesländern gegenüber den „West“-Teams keinesfalls kleiner geworden ist. Im „Kampf gegen die letzten Plätze“ fanden und finden sich zum Bundesfinale bis auf (zumeist ansetzungsbedingte) Glücksfälle der Vergangenheit fast immer die Teams aus MVP, Thüringen, Sachsen, Sachsen-Anhalt, Brandenburg … Alle diese Teams haben Landesmeister und Platzierte zu Meisterschaften (in nicht sehr leistungsstarken Landesverbänden) in ihren Reihen, die bis auf wenige Ausnahmen in spielstarken „West“-Teams überhaupt keine Berücksichtigung finden würden. Nicht nur traditionelle und wirtschaftliche Gründe zeichnen hierfür verantwortlich, wie die Klasseleistungen von Andreas Petermann und Tim Klüßendorf in der Vergangenheit und Marc-Philip Staniszewski in der Gegenwart zeig(t)en. Diese Sportler waren und sind den Spielern aus den Altbundesländern beim Bundesfinale ebenbürtig. Was zeichnet sie aus, was machen sie anders? Neben dem Talent sehen sie Tennis als Leistungssport an und nicht „nur“ als sinnvolle Freizeitgestaltung. Sie leben Tennis und haben Spaß am Ringen um perfektes Tennisspiel. Und sie erweitern ihren Horizont und ihr Können durch regelmäßige Teilnahme an überregionalen Turnieren mit äußerst spielstarken Gegnern, weit über das übliche Maß Thüringer Genügsamkeit hinaus.

Begeisterndes Tennis von unseren Jungen bot einmal mehr Marc-Philip Staniszewski. Obwohl er es an Nummer 1 spielend auch in diesem Jahr wieder ausschließlich mit sehr guten deutschen Ranglistenspielern zu tun hatte, konnte er zwei seiner vier Einzelspiele siegreich gestalten. Zudem brachte er zusammen mit Jakob Meyer-Landrut ein Doppel (von leider nur zwei ausgetragenen) nach Hause. Die anderen Einzel-Spieler Florin Behrens, Paul Montag und Florian Cedrik Merker gewannen jeweils eine ihrer vier Begegnungen. Florin Behrens zeigte an der ebenfalls schwierigen Nummer-2-Position großen Kampfgeist, kam nach Rückständen immer wieder zurück und wurde nach meiner Überzeugung nur durch eine „großzügige Regelauslegung“ seines Gegenspielers (= ständiges Übertreten beim Aufschlag) um seinen zweiten Sieg gebracht. Es war schön, dass Florian nach seinem Schulwechsel noch einmal für uns spielen konnte. Paul Montag hatte als jüngster im Team (an Nummer 3) vom Ansatz her einige gute Auftritte. Ihm fehlt entwicklungsbedingt gegenwärtig noch die athletische Komponente und zum Teil aber auch die notwendige Zielstrebigkeit oder eine dem Turnier angemessene Ernsthaftigkeit, um Gegenspielern beim Bundesfinale wirklich Paroli bieten zu können.
Florian Cedrik Merker, berlinerfahren und an der „komfortablen“ und dankbaren Nummer 4 im Einsatz, zeigte sich zunächst technisch verbessert, vor allem gegen Ende des Turniers in seinen Mitteln (insbesondere beim Aufschlag) aber zu schwankend. An der damit verbundenen Verunsicherung schien er in seinem letzten Match - trotz Satzführung - wie in den vergangenen Jahren mental zu „zerbrechen“, obwohl er von uns nicht unter Druck gesetzt wurde, „unbedingt gewinnen zu müssen“. Offensichtlich hatten Paul und Florian Cedrik ebenso mehr von sich erwartet… Tennis ist aber ein sehr anspruchvolles und komplexes Spiel, das oft auch im Kopf entschieden wird, von der Einstellung, von der Motivation, von volitiven Fähigkeiten und vom Vermögen, eigene Fehler abhaken zu können und möglichst schnell wieder ins Spiel zurück zu finden. So wie das Marc-Philip vorbildlich und Florian in guten Ansätzen realisierten.
Mathis Osburg (Nummer 5) spielte zwei solide Doppel, wovon das letzte zusammen mit Florian mit 4:6 und 4:6 gegen Brandenburg nur knapp verloren ging. An ihm gefiel mir, dass er stets aus eigenem Antrieb seine Team-Kameraden vom Spielfeldrand aus unterstützte. Er und Jakob Meyer-Landrut waren wertvolle Teamspieler, die geduldig auf ihre Einsätze warteten und stets helfend zur Seite standen. Erfreulich war auch, dass die Mannschaft zustimmte, in der letzten Begegnung Jakob (Nummer 6) zum Einsatz zu bringen. Diese Entscheidung wurde belohnt, denn er gewann sogar im Ersten Doppel mit Marc-Philip das Match gegen Brandenburg.

Wir verabschieden nun „aus Altersgründen“ aus unserem WK-III-Team und bedanken uns zugleich bei Florian Cedrik, der das Glück hatte viermal in Berlin dabei sein zu können, Florian (2x dabei, ab sofort wieder am Naturwissenschaftlichen Gymnasium Erfurt), Jakob (2x dabei) und Mathis (1x zum Bundesfinale). Für die weitere schulische und sportliche Laufbahn wünsche ich viel Erfolg.

Mit sportlichen Grüßen

Walter Eichhorn - Tennis-Betreuer am Friedrich-Schiller-Gymnasium









<- Zurück zu: Nachrichtenarchiv

       

Sitemap  |  Kontakt  |  Impressum