DeutschEnglish

Samstag, 05. Dezember 2015, 14:04 Uhr

Von: Paula M.



Der bisherigen Tradition folgend, organisierte auch dieses Jahr der Leistungskurs Sozialkunde 12.Klasse eine Veranstaltung der Reihe „Schüler fragen, Politiker antworten“. Am 18.11.2015 fand die Politikdebatte zum Thema „Kommunale Flüchtlingspolitik“ statt, zu der alle im Stadtrat vertretenen Parteien eingeladen wurden. Bündnis 90/ Die Grünen waren vertreten von Herrn Rudolf Keßner, die Linke von Herrn Dirk Möller, die SPD von Herrn Thoralf Canis und die CDU stand mit Herrn Stefan Diener den Schülerfragen Rede und Antwort. Das Weimarwerk sagte leider kurzfristig  ab. 

Gleich zum Diskussionseinstieg wurde ein Thema angesprochen, das unsere Schule direkt betrifft. Das ehemalige Berufsschulgebäude neben unserem Schulgelände soll demnächst (voraussichtlich im Frühjahr nächsten Jahres) als Flüchtlingsunterkunft hergerichtet werden. Die Schüler fragten nach möglichen Kontaktpunkten, die entstehen können, Integrationsmöglichkeiten der baldigen Nachbarn und nach eventuellen Änderungen im normalen Schulbetrieb. Damit einhergehend interessierten sich viele Schüler dafür, ob und wie Flüchtlingskinder in unseren Unterricht aufgenommen werden können und wie generell die Bildung und Ausbildung der jungen Flüchtenden realisiert wird.  

Nicht nur im Rahmen dieses Themas, sondern generell appellierten die  Fraktionsvertreter an die Eigeninitiative und Motivation für den Kontakt mit Flüchtlingen. Rudolf Keßner erklärte mehrfach anhand seiner eigenen Erfahrungen mit Flüchtlingen, mit denen er beruflichen und persönlichen Kontakt pflegt, welche Chancen und Bereicherungen die neuen Mitbürger für uns bieten. Im Rahmen dessen wurde auch das allgemeine politische Engagement von Jugendlichen breit diskutiert. Inwieweit ist es Aufgabe der Parteien auf junge Menschen zuzugehen und wieviel muss von ihnen selber kommen? Wie kann man für Politik begeistern und was gibt es vor Ort an Möglichkeiten sich zu engagieren? 

Das Thema „Politikverdrossenheit bei Jugendlichen“ war zwar in der Debatte sehr präsent, jedoch konnte vor Ort nichts davon gespürt werden. Immer wieder kamen Fragen zu Möglichkeiten sich zu engagieren und zu helfen. Aufklärungsarbeit und Umgang mit den Ängsten der Menschen wurde dabei von den Politikern als ebenso wichtig beachtet, wie die Gestaltung einer Willkommenskultur und das Schaffen von Strukturen für motivierte, interessierte und engagierte Bürger. 

Dabei wurde am Ende noch einmal zusammengefasst, wie jeder von uns direkt helfen kann. Entweder gibt man einfach selber einen Impuls und geht auf die Flüchtlinge direkt zu oder man informiert sich über eine Hilfsorganisation über anstehende Aufgaben: Ansprechpartner dafür sind die Flüchtlingsbeauftragte Frau Kossmann von der Stadtverwaltung Weimar, die Weimarer Ehrenamtsagentur, die Bürgerstiftung, das Café International, welches einen Ort der Zusammenkunft für Bürger der Stadt und Flüchtlinge bietet, die studentische Initiative für Flüchtlinge IFF und viele mehr. 

Klar wurde in der Debatte, dass in jedem Fall alle an einem Strang ziehen müssen. Die Politik kann Weichen stellen, Grundlagen schaffen und die Öffentlichkeit ansprechen. Der Bürger muss jedoch mit offenen Augen durch die Welt laufen, eigene Initiative ergreifen und sich auch engagieren wollen. Am Interesse und Engagement mangelte es an diesem Nachmittag im Schillergymnasium jedenfalls nicht und zumindest der Sozialkundekurs wird weiterhin an der Flüchtlingsthematik dran bleiben und plant schon weitere Aktionen für dieses Jahr, die sich mit dem Kontakt und der Integration von Flüchtlingen beschäftigen. 









<- Zurück zu: Nachrichtenarchiv

       

Sitemap  |  Kontakt  |  Impressum