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Sonntag, 23. September 2012, 19:27 Uhr

Von: Clara Schmidt



Antje Tillmann (außen links) und der Sozialkundekurs der 12. Klasse

Am Dienstag, den 11. September  begab sich unser Sozialkundekurs der 12. Klasse zusammen mit Frau Becker und Frau Keil auf die alljährige Fahrt nach Berlin. Geplant waren drei volle Tage mit Programmpunkten wie zum Beispiel der Besuch des Bundesministeriums der Verteidigung, des Bundestages, des Auswertigen Amtes und noch vieles mehr.

Aber natürlich trugen auch wir Schüler zur Gestaltung der Exkursion unseren Teil bei.

Darum hatte sich jeder vorher einen Themenpunkt ausgesucht und zu diesem einen Kurzvortrag ausgearbeitet.

So starteten wir am Dienstagmorgen in aller Frische und hoch motiviert 6.30 Uhr vom Weimarer Busbahnhof. Wir reisten mit einem Bus der Bundeswehr und wurden vom Jugendoffizier Kai Bindbeutel begleitet, da wir mit unserer dreitägigen Schulexkursion das Angebot der Öffentlichkeitsarbeit der Bundeswehr in Anspruch nahmen. Unsere drei Reisetage verliefen dabei unter der Rubrik „Vernetzte Sicherheit“.

Nach einer vierstündigen Fahrt inklusive der ersten Kurzvorträge im Bus, erreichten wir als unser erstes Ziel das Bundesministerium der Verteidigung, wo uns zunächst eine Sicherheitskontrolle beim Betreten des Gebäudes und anschließend im Inneren ein Referat zur Arbeit des Ministeriums erwartete. Hauptthema des Referats und der nachfolgenden Diskussion war der Einsatz der Bundeswehr in Afghanistan. Dabei wurden gegensätzliche Standpunkte ausgetauscht und verglichen. Am Ende blieb es aber natürlich jedem selbst überlassen, die genannten Argumente abzuwägen, um sich eine eigene Meinung   zu dem Problemfeld zu bilden.

Am Nachmittag desselben Tages besuchten wir den Bundestag und besichtigten die Reichstagskuppel. Im Bundestag hatten wir einen Termin mit Antje Tillmann (Mitglied des Deutschen Bundestages (CDU), stellverstretende Finanzausschussvorsitzende) und die Möglichkeit über aktuelle politische Geschehnisse zu sprechen. Unsere Diskussion umfasste Themen wie Finanzprobleme, die EU und die Arbeitsweise des Bundestages im Allgemeinen.

Gegen 16.30 Uhr begaben wir uns auf den Weg zu unserer Unterkunft begleitet von weiteren Kurzvorträgen im Bus unter anderem zum Ehrendenkmal der Bundeswehr. Am Abend hatten wir dann Zeit zu unserer  freien Verfügung. Auch wenn wir alle ziemlich müde von dem langen Tag waren, fanden einige doch noch die Kraft, mit der S-Bahn in die Innenstadt zu fahren um erste Shoppingversuche zu unternehmen. Ab 23.00 Uhr war dann schließlich für alle Nachtruhe.

Am Mittwochmorgen ging es dann auch schon in aller Frühe mit unserem Programm weiter. Aber zuerst genossen wir unser leckeres Frühstück im Hotel, was für einen guten Start in den Tag sorgte.  Unser erster Programmpunkt am Mittwoch war das ehemalige Stasi Gefängnis Hohenschönhausen. Im Bus hörten wir einen der Schülervorträge dazu und vor Ort wurden wir  von einem der Ex-Häftlinge herumgeführt.

Es war eine sehr interessante und emotionale Führung. Der Ex-Insasse schaffte es durch seine persönlichen Erfahrungen, aber auch durch seine Art des Vortragens und rhetorische Geschicktheit, dass jeder der Gruppe eine ungefähre Vorstellung der damaligen Situation bekam. Dabei begab sich der Ex-Häftling sprachlich in die Rolle des Gefängnismitarbeiters und befragte uns, beziehungsweise sprach mit uns, als wären wir Insassen. Man konnte die Ausweglosigkeit und Frustration der Gefangenen sehr gut nachempfinden, vor allem aber auch die Arbeitstechnik der Stasi-Mitarbeiter verstehen. Alles in allem war es eine beeindruckende Führung, die jedem nur zu empfehlen ist!

Danach gab es für alle ein bisschen Freizeit, um entweder das Shopping vom vorherigen Abend fortzusetzten oder sich einfach nur zu entspannen.

Am Nachmittag folgte dann der Besuch des Auswertigen Amtes, wo uns dessen Strukturen und Arbeit nahegelegt wurde und anschließend die Besichtigung der Ausstellung „Topographie des Terrors“, mit dazugehörigem Schülervortrag.

Gegen 17.30 Uhr machten wir uns wieder auf den Weg ins Hotel und auch unser letzter Abend stand uns zur freien Verfügung. Wir nutzten diesen um noch einmal in die Stadt zu fahren und Berlin zu erkunden.

Am nächsten Morgen machten wir uns auf den Weg zum „Zentrum für internationale Friedeneinsätze“, welches sich hauptsächlich mit der Entwicklungsarbeit in anderen Ländern beschäftigt. Auch hier hatten wir wieder die Möglichkeit einer Gesprächs- und Informationsrunde, die auch rege genutzt wurde. Dabei kam immer wieder die Frage auf, ob denn die betroffenen Länder überhaupt die Einmischung anderer Staaten in ihr eigenes Land wünschen, beziehungsweise dies tolerieren. Diese Frage hatte sich uns auch schon öfters in den zwei vorigen Tagen gestellt, wurde aber von den entsprechenden Ministerien mit der Begründung beantwortet, dass die Entscheidung darüber ja nicht bei den Ministerien selbst, sonder letztendlich im Bundestag läge, da dieser über Einsätze und Vorhaben abstimme. Dies machte uns wiederum überhaupt erst bewusst, was der Bundestag alles zu entscheiden hat und wie viel Verantwortung die Mitglieder tragen müssen.

Das letzte Ziel unserer Reise, bevor wir uns auf die Heimfahrt begaben, war das Einsatzführungskommando, welches für alle Auslandseinsätze der Bundeswehr zuständig ist.

Dort nahmen wir auch unser Mittagessen ein und führten anschließend eine fast zweistündige Diskussion mit einem Marineoffizier über die Piraterie vor der Küste von Somalia. Dieses Thema schien bei allen großes Interesse zu wecken, es wurden sehr viele Fragen gestellt und am Ende ging unsere Diskussion sogar länger, als eigentlich geplant.

Nachdem alle unsere Fragen, soweit dies möglich war, beantwortet waren, machten wir uns schließlich auf die Heimfahrt, welche ziemlich ruhig verlief, da fast jeder von den drei vergangenen Tagen erschöpft und glücklich über ein paar Stunden Schlaf war.

Zusammenfassend lässt sich über unsere Exkursion sagen, dass sie zwar relativ anstrengend war, da man sich immer auf dem Weg zu einem neuen Termin befand, aber auf jeden Fall trotzdem alle Mühe wert war! Wir haben viel Neues über die Bundeswehr allgemein und auch die Arbeit der Politiker im Bundestag gelernt und hatten die Möglichkeit all die Fragen, die uns je zu diesem Thema in den Sinn kamen, zu stellen.

Es waren drei sehr sinnvolle Tage, die hoffentlich auch dem Sozialkundekurs der 12. Klasse des nächsten Jahres nicht vorenthalten werden!









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