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Montag, 08. Dezember 2008, 18:59 Uhr

Von: Norbert Johnen (Elternsprecher der Klasse 7c)



Die Schüler der 7 c hatten am 4. 12. die Möglichkeit, eine andere, fast vergessene Welt kennenzulernen. An diesem Tag besuchten sie das Weimarer Druckereimuseum Pavillon-Presse in der Scherfgasse.

Der Grund für diesen Besuch war ein fächerübergreifendes Projekt vom Schuljahrsbeginn. Die Schülerinnen und Schüler versuchten sich ganz in der Tradition von Friedrich Schiller als Dichter. Dabei entstanden 14 unterschiedliche Gedichte zu den Themen Natur und Freundschaft aber auch komische über Superhelden und Gummibären. Zu diesen Gedichten wurden im Kunstunterricht Tuschzeichnungen angefertigt.

Beim Besuch des Druckereimuseums sollte ein Gedicht in Blei gesetzt und gedruckt werden sowie eine Zeichnung als Kaltnadelradierung in eine Zinkplatte graviert werden.

Zu Beginn gab der Museumsleiter Matthias Merker einen Überblick über die Entwicklung der Schrifttypen, die Entwicklung des Druckens mit beweglichen Lettern – von chinesischen Erfindungen und Johannes Gutenberg - und über die Druckmaschinen, die im Erdgeschosse des Museums zu sehen sind. Dabei erzählte er auch die Geschichte des Weimarer Druckhauses und über die schwere Arbeit der bis zu 700 Setzer und Drucker.

 

Für die praktische Arbeit wurden die Schüler in zwei Gruppen geteilt. Die Einen sollten die Radierung herstellen und die Anderen das Gedicht „Disco“ von Zainab Safa im Bleisatz setzten. Hierbei lernten sie den Gebrauch des Winkelhakens, die Verteilung der Lettern in den Setzkästen und den Einsatz von Leerzeichen und Zeilenabständen kennen. Die große Schwierigkeit war, dass das Gedicht in Spiegelschrift gesetzt werden musste.

 

Die Radierer mussten sich erst einmal auf einen gemeinsamen Entwurf einigen, dafür wurde von jedem eine Zeichnung angefertigt. Zur Ausführung durfte dann jeder mit der Graviernadel die Metallplatte bearbeiten. Die fertige Radierung wurde dann als Tiefdruck mit einer Walzenpresse, die 300 kg Druck erzeugte, fertiggestellt.

 

Für den Druck des Gedichtes musste der Bleisatz für eine Druckmaschine aus den 60er Jahren eingerichtet werden. Beim ersten Druck wurde dann immer noch ein Setzfehler entdeckt, ein „z“ stand auf dem Kopf. Doch dann stand dem Druck des Gedichtes „Disco“ von Zainab nichts mehr im Wege.









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